Wie entsteht Axiale Spondyloarthritis?

Im Gegensatz zu den verschleißbedingten Krankheiten (wie Arthrose) wird die Axiale Spondyloarthritis durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst und zählt damit zu den Autoimmunkrankheiten. Dabei nimmt das Immunsystem irrtümlich körpereigene Strukturen als Fremdkörper wahr und bekämpft sie. In der Folge kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen.

 

Wer erkrankt an Axialer Spondyloarthritis?

In der Regel beginnt Axiale Spondyloarthritis vor dem 40. Lebensjahr und nur selten nach dem 50. Lebensjahr. Meist zeigen sich die ersten Symptome bereits bei Patienten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Männer sind dabei mehr als doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Allerdings wird bei Frauen die Erkrankung oft nicht erkannt, da die typische Versteifung der Wirbelsäule bei Frauen meist langsamer verläuft. In Deutschland liegt die Krankheitshäufigkeit der Axialen Spondyloarthritis bei circa 0,5 % der Bevölkerung.

 

Welche Symptome zeigt Axiale Spondyloarthritis?

Die Axiale Spondyloarthritis äußert sich durch tiefsitzende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die wechselseitig in das Gesäß ziehen können und länger als 3 Monate andauern. Die Rückenschmerzen treten vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden auf, sodass viele Patienten oft in der zweiten Nachthälfte nicht mehr schlafen können. Die Rückenschmerzen können mit einer Morgensteifigkeit (Gefühl der Steifheit am Morgen) verbunden sein. Bei Bewegung, z. B. nach dem Aufstehen, bessern sich die Schmerzen, während sie unter Ruhe wieder zunehmen. Zusätzlich kann es zu Entzündungen und Schwellungen im Bereich der Sehnenansatzstellen (z. B. Achillessehne, Ferse etc.) kommen. Auch eine Entzündung der Finger oder Zehen ist möglich. Symptome an anderen Organen außerhalb des Skelettsystems wie z. B. eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Regenbogenhautentzündung/Uveitis), Schuppenflechte oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn) sind ebenfalls möglich. Depressionen und emotionale Instabilität können eine Begleiterscheinung der Axialen Spondyloarthritis sein.

 

Wie verläuft Axiale Spondyloarthritis?

Der Krankheitsverlauf ist von unterschiedlichen Faktoren (z. B. Beginn der Erkrankung, Lebensweise) abhängig und ist bei jedem Patienten anders. In den ersten Jahren haben viele Patienten vor allem Schmerzen an der Wirbelsäule. Daneben sind auch Beeinträchtigungen, die nicht das Skelett betreffen, häufige Beschwerdesymptome. Möglich sind Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitis), der Sehnenansatzstellen (Enthetitis) sowie der Finger oder Zehen (Daktylitis). Auch eine entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn) kann im Verlauf der Erkrankung hinzukommen. Mit zunehmender Dauer der Erkrankung kommt es bei vielen Patienten zu Verknöcherungen der Wirbelsäule, die zu Bewegungseinschränkungen führen können. Je nach individueller Krankheitssituation sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um den Therapieplan dem Krankheitsverlauf entsprechend anzupassen.

 

Ist Axiale Spondyloarthritis heilbar?

Die Axiale Spondyloarthritis ist bisher nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten gut behandelt werden. Bei der Therapie stehen Schmerzlinderung, Verminderung des Steifegefühls der Wirbelsäule und Erhalt der Bewegungsfähigkeit im Vordergrund.