Familienplanung mit Rheuma

Läuft jetzt nichts mehr wie geplant? Nein, es läuft vielleicht alles nur ein bisschen anders, denn eine chronische Erkrankung wie Rheuma ist nicht nur für den Körper des Betroffenen eine einschneidende Diagnose. Auch das soziale Umfeld wird dadurch beeinflusst und dies hat wiederum Auswirkungen auf Freundschaften, die Partnerschaft, aber auch auf alle anderen Lebensbereiche.

Im Hinblick auf eine mögliche Familienplanung stehen viele Fragezeichen im Raum und die Betroffenen sind oft verunsichert. Natürlich ist für jeden die Entscheidung, eine eigene Familie zu gründen, ein großer Schritt. Wenn aber einer der Partner von einer rheumatischen Erkrankung betroffen ist, steht vor allem die Unsicherheit im Fokus: Können wir überhaupt Kinder bekommen? Welche Probleme können auftreten? Ist der Körper stark genug für die Geburt? Wie hoch ist das Risiko einer Vererbung der Rheumaerkrankung? Kann ich als Frau mein Kind überhaupt Stillen?

Tatsache ist, dass in den meisten Fällen, in denen die Partnerin oder der Partner an einer rheumatischen Erkrankung leidet, eine Familienplanung möglich ist. Kinderwunsch mit Rheuma bedeutet aber leider nicht, einfach mit der Familienplanung ohne weiteres „beginnen“ zu können. Zunächst stehen Beratungstermine beim Rheumatologen und Gynäkologen an. Danach folgt das große Abwägen, ob man das Risiko eingehen möchte. Darüber hinaus bedarf es einer guten und sorgfältigen Planung, denn Rheumapatienten mit Kinderwunsch können die Familienplanung nicht ganz sorglos in Angriff nehmen. Sie sollten die Behandlung und den Verlauf ihrer Erkrankung mitberücksichtigen. In jedem Fall sollten Betroffene nicht ungeplant schwanger werden. Die rechtzeitige Rücksprache mit Ärzten ist dabei sehr wichtig.

Bei manchen Paaren kann es auch etwas länger dauern, bis die Partnerin schwanger wird. Dies kann verschiedene Gründe haben: Unter anderem kann die Einnahme bestimmter Medikamente Einfluss auf die Empfängnis der Frau haben. Einige Medikamente können auch die Fruchtbarkeit bei Männern herabsetzen. Daher gilt es für alle Beteiligten, sich von ihrem behandelnden Arzt eingehend beraten zu lassen.

Viele Patientinnen berichten, dass sich die Schmerzen und Gelenkschwellungen während der Schwangerschaft verbessern, unter anderem aufgrund der veränderten hormonellen Situation. Die Frau sollte sich allerdings darauf einstellen, dass nach der Geburt ein Krankheitsschub mit heftigeren Symptomen als zuvor auftreten kann. Daher sollten Patientinnen auf mögliche Schübe während der Schwangerschaft und nach der Geburt vorbereitet sein und von dem behandelnden Facharzt bestmöglich beraten worden sein, welche Medikamente in der Schwangerschaft geeignet sind. Mit einer sorgfältigen Geburtsvorbereitung können die meisten Patientinnen mit einer rheumatischen Erkrankung ihr Kind auf natürliche Weise zur Welt bringen.

Wenn das Kind auf der Welt ist, kommen Sorgen und Fragen wieder ans Tageslicht, denn ein kleines Kind zu versorgen, kann für eine Rheuma-Patientin eine Aufgabe sein, bei der sie mehr als andere Frauen auf fremde Hilfe angewiesen ist – „einfache“ Dinge wie Wickeln und das Kind auf den Arm nehmen, können aufgrund der Schmerzen Schwierigkeiten verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, Partner, Familie und Freunden und scheuen Sie sich nicht, Hilfe und Unterstützung anzunehmen.