Wie macht sich eine Frühe Rheumatoide Arthritis bemerkbar?

Bei den meisten Patienten tritt Rheumatoide Arthritis erstmals im Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren auf, doch generell können Menschen in jedem Lebensalter erkranken. Der Krankheitsbeginn ist oft schleichend. Frühsymptome sind über einen längeren Zeitraum geschwollene und überwärmte Gelenke. Rheumatoide Arthritis kann sich aber auch plötzlich wie aus heiterem Himmel einstellen. Manche Patienten gehen ohne Beschwerden ins Bett und wachen am nächsten Morgen mit deutlichen Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehengelenken oder mit geschwollenen und schmerzhaften Gelenken auf. Dieser plötzlich einsetzende Krankheitsbeginn wird als Frühe Rheumatoide Arthritis bezeichnet. Meist verläuft die Krankheit schubweise. Während eines Schubs, der mehrere Wochen andauern kann, verschlimmern sich die Beschwerden. Zwischen den einzelnen Schüben lassen die Einschränkungen wieder nach.  

 

Wie wird eine Rheumatoide Arthritis diagnostiziert?

Grundsätzlich sollte Rheumatoide Arthritis so früh wie möglich erkannt und nach Auftreten der ersten Symptome behandelt werden, um das Voranschreiten der Krankheit abzumildern. Im Idealfall wird die richtige Diagnose nur wenige Wochen nach Erscheinen der ersten Symptome gestellt. Erschwert wird eine frühe Diagnose dadurch, dass die Symptome zu Beginn der Krankheit oft nur wenig ausgeprägt und nicht typisch sind. Bei der Frühen Rheumatoiden Arthritis sind die Symptome jedoch eindeutig, da sie plötzlich, häufig über Nacht, aufgetreten sind. Eine Diagnose kann deshalb zeitnah erfolgen. Patienten suchen in der Regel zuerst ihren Hausarzt auf. Dieser wird im ersten Schritt wichtige Informationen aus der Krankengeschichte (Anamnese) abfragen. Darüber hinaus wird der behandelnde Arzt verschiedene Untersuchungen vornehmen, um den Verdacht auf Rheumatoide Arthritis zu bestätigen. Die Diagnose Rheumatoide Arthritis wird auf Basis der Blut- und Gewebeuntersuchungen sowie Röntgenaufnahmen gestellt. Bei der Blutuntersuchung werden bestimmte Werte (Entzündungswerte, Antikörper) betrachtet, die auf das Bestehen einer Rheumatoiden Arthritis hinweisen können. Röntgenbilder zeigen die für die Erkrankung typischen Gelenkveränderungen (zum Beispiel an Händen und Füßen). Anstelle des Röntgens können auch andere bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall sinnvoll sein.  

 

Wie verläuft die Behandlung einer Frühen Rheumatoiden Arthritis?

Bei der Frühen Rheumatoiden Arthritis werden zuerst die sog. Basistherapeutika eingesetzt, bei sehr schwerer Ausprägung können sofort Biologika zum Einsatz kommen. Diese tragen dazu bei, die Krankheit schnell zu stoppen und eine weitere Schädigung der Gelenke zu verhindern. Ein Stoppen der Krankheit wird als Remission bezeichnet. Grundsätzlich stehen zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis verschiedene Medikamente zur Auswahl. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Wirkart und Wirkweise sowie in der Einsatzdauer und auch in ihren Nebenwirkungen. Neben den Basistherapeutika werden vor allem verschiedene Schmerzmittel, sowie von Kortison abgeleitete Arzneimittel eingesetzt. Die biologischen Medikamente (Biologika) stellen die neueste Entwicklung dar. Diese greifen gezielt in das Immunsystem ein. Sie werden aus lebenden Zellen biotechnologisch hergestellt, daher kommt auch der Name Biologika. Die dabei am häufigsten verwendete Gruppe sind die TNF-alpha-Blocker. Welche Behandlung im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt (Rheumatologe) festgelegt werden. Physiotherapie und eine Ernährungsumstellung können die Behandlung sinnvoll ergänzen.