Wie ernähre ich mich bei rheumatischen Erkrankungen?

Studien belegen, dass Arachidonsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, den Entzündungsprozess begünstigt. Daher sollten Sie nur wenig Fleisch und Milchprodukte zu sich nehmen. Arachidonsäure kommt nicht in allen pflanzlichen Lebensmitteln vor, weshalb eine (teil)-vegetarische Ernährung zu einer Besserung der Beschwerden führen kann. Als empfehlenswert, da entzündungshemmend, gelten die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren.  

Tipps für eine gesunde Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

  • Zum Braten Oliven- oder Rapsöl statt Pflanzenmargarine verwenden
  • Bei Aufläufen und Saucen die Sahne durch fettarme Milch ersetzen
  • Milch auch beim Müsli durch fettarme Milch, Sojamilch (mit Calcium angereichert), Mandelmilch oder Ähnliches ersetzen
  • Mit scharfen Gewürzen, wie Chili und Pfeffer, abschmecken, um den Stoffwechsel anzukurbeln
  • Vollkornprodukte mit Quark und frischen Radieschen oder Paprika belegen
  • Eine Flasche Wasser in greifbarer Nähe sorgt für ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Laufe des Tages und bremst Heißhunger
  • Alkohol in Maßen
  • Das Auge isst mit: das Essen so anrichten, als würde man es Gästen servieren
  • Jedes Essen in Ruhe und bewusst genießen

 

Ist vegane Ernährung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen geeignet?

Ein veganer Lebensstil liegt im Trend. Im Gegensatz zu Vegetariern, die nur auf Fleisch verzichten, verzichten Veganer komplett auf tierische Produkte wie Milch, Eier oder Honig. Dadurch nehmen sie keine entzündungsfördernde Arachidonsäure zu sich, welche in tierischen Produkten vorkommt. Um von diesem Effekt zu profitieren, sollten natürlich auch mögliche andere entzündungsfördernde Faktoren angepasst werden, zum Beispiel in Bezug auf Stress, Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum. Bei der Umstellung auf einen veganen Ernährungsstil empfiehlt sich professionelle Unterstützung durch einen Ernährungsmediziner oder -berater. Denn durch den eingeschränkten Ernährungsstil kann es leicht zu einem Mangel an bestimmten Nährstoffen kommen. Vitamin B12 beispielsweise kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Mangelt es dem Körper an diesem Nährstoff, kann dies unter anderem zu Müdigkeit führen. Da Rheuma-Patienten sich häufig allein durch die Krankheit etwas müde und abgeschlagen fühlen, würde ein Mangel an Vitamin B12 diese Symptome noch verstärken. Ein guter Mittelweg ist die ausgewogene mediterrane Küche mit viel frischem Gemüse, Obst, hochwertigen Speiseölen, Nüssen und Fisch.

 

Gesund essen, gesünder leben

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Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorliegenden Ernährungshinweisen lediglich um allgemeine Empfehlungen handelt. Die Ansprüche an die Ernährung können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Besprechen Sie daher jede Ernährungsumstellung mit Ihrem Arzt. Hinweis: Die vorliegende Tabelle wurde auf Grundlage des Arachidonsäure- und Puringehaltes der aufgeführten Nahrungsmittel erstellt. Arachidonsäure ist eine ungesättigte Fettsäure, die nur in tierischen Nahrungsmittelfetten vorkommt. Beim Abbau der Arachidonsäure im Körper können entzündungsfördernde Stoffe entstehen, die z. B. zu Schmerzen in Gelenken führen. Um die Aufnahme von Arachidonsäure zu verringern, sollten tierische Produkte nur in kleinen Portionen ca. zweimal pro Woche gegessen werden. Purine sind Substanzen, die vor allem in tierischen Nahrungsmitteln enthalten sind. Bei übermäßigem Verzehr können Purine jedoch u. a. zu Gelenkerkrankungen führen. Purinreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch oder Wurst sollten daher nur in Maßen verzehrt werden. Vor allem bei Übergewicht wird empfohlen, bei den verschiedenen Nahrungsmitteln die fettarme oder zuckerarme Variante zu bevorzugen.